SG Häver-Lübbecke: Die Ruhe vor dem Topspiel

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Frauenhandball-WM: Für die SG Häver-Lübbecke stehen während der Weltmeisterschaft keine Spiele an. Erst im Januar steigt das Spitzenduell gegen den TuS Möllbergen. Bis dahin wird zusammen WM geschaut
Kirchlengern. Seit dem 1. Dezember läuft in Deutschland die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen. Insgesamt 24 Mannschaften kämpfen an sechs Spielorten um den Titel, der im Endspiel am 17. Dezember in Hamburg vergeben wird.
Für die Handballerinnen der SG Häver-Lübbecke, die derzeit Rang zwei in der Bezirksliga belegen, ruht der Spielbetrieb während dieses Großereignisses bis ins neue Jahr. Grund genug also für das Team von Trainer Johannes Orendi und Co-Trainer Olaf Bode, das dritte Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Serbien gemeinsam vor dem Fernseher von SG-Rückraumspielerin Miriam Vogt zu verfolgen.

Frauenhandball wird immer beliebter
Immerhin knapp 4.000 Zuschauer hatten sich in der Halle in Leipzig eingefunden, eine durchaus beachtliche Zahl, findet Miriam Vogt. „In anderen Ländern sind die Hallen nicht so voll.“ Auch in Häver hat sich der Erfolg der Handballerinnen mittlerweile herumgesprochen. „Im letzten Spiel gegen Meißen-Röcke/Klus war die Halle voll“, freut sich der Trainer über das gestiegene Interesse.

Körperbetonter Sport
Die von Michael Biegler trainierten deutschen Frauen beginnen gut und führen schnell mit 6:2. „Den Spielzug haben wir auch drauf“, schallt es aus der Runde, als Angie Geschke nach schönem Pass von Xenia Smits das 7:5 erzielt. Die sehr robusten Serbinnen nutzen jedoch immer wieder die Lücken in der deutschen Abwehr und gleichen nach 20 Minuten zum 8:8 aus. „Der Frauenhandball ist in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich körperbetonter geworden“, urteilt Orendi, der die SG seit 2015 trainiert und im vergangenen Jahr den Aufstieg schaffte. „Auch bei uns kommen die Spielerinnen oft mit blauen Flecken vom Feld.“

Biegler Lady's können in der Abwehr noch mehr
In Leipzig gehen die Gastgeberinnen mit einem 9:11-Rückstand in die Kabinen. „Gut gestartet, stark nachgelassen, vor allem die Abwehrleistung ist ausbaufähig“, lautet das fachkundige Urteil der heimischen Handballerinnen. Das auf den Rängen herumwieselnde Maskottchen sorgt eher für Erheiterung, auch weil nicht ganz eindeutig ist, welches Tier es darstellen soll. Im Keller in Stift Quernheim gehen die Meinungen weit auseinander und reichen von Pferd über Hamster bis zum nicht ganz ernst gemeinten „Sieht eher aus wie eine Ratte“.
Auch im zweiten Abschnitt tun sich die „Biegler-Ladies“, wie sie der Kommentator immer wieder nennt, sehr schwer und laufen weiter einem Rückstand hinterher. Auch vor dem Fernseher macht sich Unruhe breit, als es nach 45 Minuten 14:17 steht. „Ruhig bleiben, da ist noch alles drin“, bleibt die erfahrene Miriam Vogt aber zuversichtlich.

Gerechtes Unentschieden
Sie sollte Recht behalten, denn vor allem dank der überragenden Torfrau Katja Kramarczyk kämpft sich das Biegler-Team heran und liegt knapp eine Minute vor Schluss bei eigenem Ballbesitz mit 22:21 in Führung. „Sie müssen jetzt Druck machen, durchstoßen und den Ball festmachen“, fordert Johannes Orendi. Das Vorhaben gelingt jedoch nicht, die Serbinnen schaffen vier Sekunden vor dem Ende noch den Ausgleich. Damit haben beide Teams das Achtelfinale sicher. „Das ist schade, aber man muss zufrieden sein, sie haben zu viele leichte Fehler gemacht“, analysiert Außenspielerin Jeanne El-Hakim die Partie.

Am 13. Januar muss die SG wieder ran
Für die Frauen der SG geht es am 13. Januar weiter. Dann ist der Tabellenerste TuS Möllbergen zu Gast in der Sporthalle in Quernheim.
Als Gründe für den sportlichen Erfolg sehen die Spielerinnen vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit. „Wir halten immer zusammen. Die Stimmung passt, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Zudem hat Johannes uns wirklich fit gemacht, es haben sich alle verbessert“, sagt Angelina Kuhlmann. Das Trainerteam sieht indes vor allem die läuferische Stärke als Trumpf. „Wir haben eine sehr schnelle Mannschaft“, sind Orendi und Bode überzeugt. Diese Qualitäten soll auch der Spitzenreiter im Januar zu spüren bekommen.
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